So finde ich den richtigen Podcast-Produzenten

Stefan TeschBlog, Corporate Podcasting

Podcast-Produzenten

Podcast-Produzenten sprießen nur so aus dem Boden! Agentur, Tonstudio oder Newcomer? Ich verrate Ihnen, wo Sie bei der Wahl des Anbieters genau hinschauen sollten.

Wer nach Podcast-Produzent googelt, bekommt einen bunten Mix an Treffern: Werbeagenturen, Tonstudios, hie und da auch eine reinrassige Podcast-Agentur. Keine Frage, Podcasts sind ein Trendthema und daher probiert sich so mancher von heute auf morgen in dieser Disziplin. Doch welcher Produzent ist der richtige für mich? Wie wähle ich einen für mich passenden Anbieter aus? Und woran erkenne ich, ob jemand professionell arbeitet?

Referenzen

Eh klar, schauen Sie sich die Kunden und realisierten Projekte eines Podcast-Produzenten an. Hören Sie in die Podcasts rein und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Gefällt mir der Stil? Will ich, dass mein Podcast auch so klingt?
  • Ist die Audioqualität gut, oder gibt es unsauberen Sound?
  • Klingen die Jingles und Signations billig oder hochwertig?
  • Wie ist die Tonalität der Podcasts? Aggressiv, fetzig, ruhig, gemütlich, …?
  • Spricht mich die Themenwahl an? Sofern es ein Interview-Podcast ist: Sind zu den Themen die passenden Gesprächspartner ausgewählt?
  • Länge der Folgen: Passt die Länge zum Inhalt? Sind die Folgen unnötig in die Länge gezogen oder werden die Themen zu oberflächlich und kurz behandelt?

Und: Es ist zwar kein Muss, aber wer Podcasting als Dienstleistung anbietet, hat idealerweise auch selbst einen Podcast.

Soundqualität

So, wie bei Speisen auch das Auge „mit isst“, freuen sich unsere Ohren über guten Klang; sowohl bei der Sprache, als auch bei Musik. In die akustische Qualität eines Podcasts spielen mehrere Faktoren hinein: Etwa die Wahl des Mikrofons, die Aufnahmesituation (Raum störendem Hall, Windgeräusche, Remote-Recordings) und die Post-Produktion.

Die Technik ist derart ausgereift, dass es (fast) keine Entschuldigung für einen Podcast mit schlechter Tonqualität gibt. Und daher ist gute Tonqualität die Handschrift eines Podcast-Produzenten und zeigt, wie professionell er agiert und wie viel Erfahrung er beim Thema Podcasting hat.

Sprachaufnahme: Amateure nehmen Remote-Recordings mittels Videokonferenz-Tools à la Zoom oder Teams auf. Dabei kommt es bei schlechter Internetverbindung zu Aussetzern auf der Tonspur. Professionalisten hingegen setzen auf spezielle Remote-Recording-Tools (etwa Riverside oder Zencastr), bei denen die Tonspuren jeweils lokal aufgezeichnet werden und die Qualität selbst bei unterbrochener Internetverbindung nicht leidet.

Bei Vor-Ort-Interviews positionieren erfahrene Produzenten die Mikrofone, so dass gestikulierende Sprecher nicht ankommen und so wenige Umgebungsgeräusche wie möglich in die Aufnehme gelangen. Das I-Tüpfelchen ist dann noch ein „Poppschutz“, damit bei Buchstaben wie P keine störenden Luftgeräusche im Mikrofon landen.

Abmischung: Ist der Lautstärkepegel einigermaßen gleich und damit angenehm zu hören, oder dröhnen laute Spitzen zwischen leisem Flüstern? Wie ist der Pegelunterschied zwischen Signation und Sprache? Hier sollten keine Welten dazwischen liegen und ein angenehmes Hören, ohne ständig die Lautstärke regulieren zu müssen, sollte möglich sein. Achten Sie ebenso auf Übergänge zwischen Musik und Sprache. Klingen sie rund oder endet so manches abrupt?

Verlassen Sie sich auf Ihr Gehör und beurteilen Sie als Hörer, ob Sie aufgrund der akustischen Qualität einen Podcast wieder hören würden oder nicht. Sie müssen dazu keinesfalls Tontechniker sein, denn guten von schlechtem Klang kann jeder unterscheiden!

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Redaktionelle Kompetenzen

Nur gute Soundqualität ist zu wenig. Schließlich wollen Hörer von Podcasts ja auch inhaltlich einen Nutzen daraus ziehen. Sie wollen unterhalten werden, sie wollen Neues erfahren, sie wollen Antworten auf Fragen bekommen und sie wollen Personen besser kennenlernen. Die Motive fürs Podcasthören (mehr dazu im Beitrag Die Ziele des Corporate Podcasts) sind vielfältig und als Podcaster gilt es, seiner Zielgruppe Folge für Folge eine Portion Mehrwert zu liefern. Schließlich ist das Angebot an Podcasts riesig, und enttäusche Hörer gewinnt man nur schwer wieder als Fans zurück.

Lagert man auch die inhaltliche Planung und Gestaltung eines Podcasts an einen Produzenten aus, so wird der Kreis der Anbieter schon recht klein. Denn Konzeption, Formatentwicklung und Content ist die hohe Schule.

Schauen Sie sich bei den Anbietern die Personen dahinter an: Welche Kompetenzen habe sie? Heißer Tipp sind Personen mit journalistischem Background. Ideal sind ebenso Leute mit Radio-Erfahrung (Reporter, Moderatoren), da diese auch selbst als Moderatoren oder Hosts am Podcast auftreten können und das Audio-Handwerk auf mehreren Ebenen beherrschen. Ehemalige Reporter sind in der Regel auch in Sachen technischer Aufnahme – selbst unter rauhen Bedingungen – fit.

Personen mit journalistischer Ausbildung und Erfahrung verstehen es, Inhalte pfiffig aufzubereiten und auf verschiedene Zielgruppen zuzuschneiden. Wenn Sie ein Unternehmen sind und etwa trockene Technikthemen für Ihre Hörer kurzweilig und verständlich rüberbringen, dann werden Sie Journalisten schätzen!

Fazit

Sofern Sie bei der Produktion eines Podcasts fast alle Schritte auslagern möchten, finden Sie im Idealfall einen Produzenten, der alle Kompetenzen in einer Hand hat: Er erledigt die technische Produktion eines Podcasts und er übernimmt auch die redaktionelle Komponente. Er entwickelt für Sie ein Podcast-Format, gestaltet einen inhaltlichen Fahrplan, organisiert die Aufnahmen und kümmert sich um Schnitt sowie Veröffentlichung.

Ob Sie eine große Agentur oder einen kleinen Anbieter bevorzugen, ist Geschmacksache. Da Podcasts langfristige Projekte sind, sollten gewisse Sympathiewerte vorhanden sein und Sie beim Gedanken an eine längere Zusammenarbeit ein gutes Bauchgefühl haben.

Stellen Sie Ihrem künftigen Podcast-Produzenten ruhig die Fragen, wie er an Themen herangeht, wie er gute Tonqualität definiert und wie viele Podcasts er schon produziert hat.

Titelfoto: Austin Distel/Unsplash